Deutscher Blog - Everest / Lhotse 2025

Im Moment sitze ich in meinem Hotelzimmer in Kathmandu und erledige noch die letzten kleinen Dinge, bevor ich schlafen gehe. Eines davon ist, das Programm als Pdf auf meine Homepage zu laden. Et voilà, hier findet ihr es :)
Der erste Blogeintrag wird bald kommen, jetzt ist erst einmal schlafen angesagt.

Mittwoch, 2.April - Kathmandu Flughafen

 

Ich bin nun schon 2.5 Tage in Nepal und hatte bisher noch keine Muse, meinen Blog zu beginnen. Jetzt sitze ich schon seit 2h in Kathmandu am Flughafen und dachte mir, dass ich jetzt ja genügend Zeit habe, um den Blog aller Blogs zu starten. 

Am Sonntag, 30.März begann meine Reise mit dem Abschied am Flughafen. Weniger schlimm als erwartet, aber trotzdem alles andere als toll, seiner besseren Hälfte tschüss zu sagen und zu wissen, dass man sich erst wieder 2 Monate später sieht. 

Die Sicherheitskontrolle verlief reibungslos und schon bald sass ich im Flughafen-Tram zu den aussereuropäischen Flügen. Dort traf ich zufällig auf Nora Häuptle, den Frauenfussball-Liebhaberinnen sicher ein Begriff, und plauderte kurz mit ihr. Danach ging es zum Gate, wo mein Flugzeug schon bereit stand. Vor dem Einsteigen versuchte eine mir unbekannte Nummer mich zu erreichen und ehrlich gesagt hatte ich wenig Lust auf irgendeinen Werbe-Anruf, weshalb ich mein Hany ignorierte. Kurz darauf klingelte es erneut und so nahm ich das Telefon dann doch an. Am anderen Ende stand ein Herr, der mich bat, beim Gate an den Schalter zu gehen, da sie ein Problem hätten. Dort erfuhr ich, dass sie eines meiner Gepäckstücke verloren hätten und alles daran setzen würden, es wieder zu finden. Zum Glück habe ich für die Reise zum Manaslu letztes Jahr Airtags gekauft, die ich auch wieder in meine Taschen gesteckt hatte. So fand ich schnell heraus, dass ein Gepäck irgendwo in den Katakomben des Flughafens lag und das andere an einem anderen Gate in einem Flugzeug. Nun lag es an den Flughafenmitarbeitern, mein Gepäck wieder zusammen zu führen. Ich stieg währenddessen ins Flugzeug und richtete mich an meinem Platz ein. Plötzlich kamen keine neuen Passagiere mehr, was mich ein wenig verwunderte, da es am Gate nach viel mehr Leuten aussah, als ich jetzt im Flugzeug sah. Ich fragte eine Flight Attendant ob das Boarding schon beendet sei und sie meine Tasche gefunden hätten. Sie schickte mich weiter zur Supervisorin, die meinte, dass ein technisches Problem vorliegen würde, und sie das Boarding darum gestoppt hätten. Sie fragte beim Desk nach, ob sie mein Gepäck schon lokalisieren konnten, bekam aber keine wirkliche Antwort. Also harrte ich in meinem Sitz der Dinge und genoss die Sonne. Bald lief das Boarding weiter, die Türen wurden geschlossen und wir bewegten uns Richtung Startpiste. Kurz vor dem Start tauchte die Supervisorin bei mir auf und informierte mich, dass das Gepäck gefunden wurde. Mein App zeigte mir zwar an, dass ein Gepäckstück mittlerweile in Flims sei, aber „gefunden“ heisst ja nicht unbedingt, dass es in meinem Flugzeug ist. Ich machte mir trotzdem nicht allzu grosse Sorgen, weil ich an der Situation bis in Doha eh nichts ändern könnte. So genoss ich die leere Reihe, eine Portion Pasta, eine Doku über Céline Dion und eine englische Bergsteigerin bis zur Landung in Doha. Dort hatte ich 1.5h Zeit für den Sicherheitscheck und den Gang zum nächsten Gate, wo ich am Desk nachfragen konnte, ob beide Gepäcke angekommen seien. Der nette Herr am Schalter meinte, dass sicher alles Gepäck da wäre, ohne den Computer zu kontrollieren und so hatte ich zwar nicht mehr Informationen über mein Gepäck, aber dafür, dass ich in der Fast track mit den Buisness-Fliegenden ins Flugzeug steigen könne. Also sass ich kurze Zeit später wieder auf einem Fensterplatz und schaute nochmals einen Film, dieses Mal über den Start der Recherche über die Epstein-Artikel, da es draussen immer noch Nacht war. Als ich kurze Zeit später auf die Toilette musste, merkte ich, dass es nicht Nacht war, sondern die Scheiben getönt waren, damit es dunkel blieb. Also änderte ich das an meinem Platz, so dass ich bereit wäre für die Aussicht die sich mir sicher früher oder später bieten würde. Ich hatte nämlich extra den Fensterplatz links gewählt, weil da die 8000er zu sehen sind. So sah ich einige schöne Berge wie die Annapurna, den Dhaulaghiri oder meinen eben erst bestiegenen Manaslu. Leider liegt der Everest von der Anflugroute aus gesehen hinter Kathmandu, weshalb mir der Blick auf meinen Lieblingsberg verwehrt blieb. 

Nach der Landung ging es zur Immigration, die ich online eigentlich schon erledigt hatte, aber leider etwas falsch angewählt habe, weshalb ich es nochmals ausfüllen musste. Das waren zwar 5 Extraminuten, aber da ich eh wusste, dass ich auf mein Gepäck warten müsste, spielte das für mich nicht so eine Rolle. 

Mein Gepäck kam dann auch wirklich sehr spät, aber es waren beide Taschen da und kurze Zeit später war ich schon draussen bei Phunuru und Chirring, die in der Ankunftshalle auf mich warteten. Da 30 Minuten später noch ein Trekker ankommen sollte, den Phunuru ebenfalls abholen wollte, entschieden wir, gemeinsam zu warten. Leider landete der Pilot der besagten Air India-Maschine nicht, kreiste eine halbe Stunde lang über Kathmandu, bevor er wieder in Richtung Indien zurückkehrte, wo er neu tanken musste. Das heisst, warteten 2h für nichts, was mir aber nichts ausmachte, weil wir so in Ruhe ein bisschen plaudern konnten. Danach fuhren Chirring und ich zum Hotel, wo ich als erstes meine Taschen wieder auspackte. Ich wollte alles schon bereit legen für den Material-Check, der irgendwann in den nächsten Tagen kommen würde. 

Danach ging ich in die Lobby wo ich Allan wieder traf, den ich am Manaslu kennenlernte. Er ist mit einer Trekkinggruppe zum EBC unterwegs, bei der ich mich anschliessen darf, falls es Platz im gleichen Flugzeug gibt. Ebenfalls organisierte ich eine Nepali SIM-Karte, damit ich einigermassen Empfang habe im Khumbu und ging dann ging es noch nach Thamel, um ein paar Kleinigkeiten zu organisieren, die auf meiner Einkaufsliste standen: Desinfektionsmittel als Back-up, Prayerflags und Wasser. Zudem konnte ich im Everest Outfit-Laden meine Kreditkarte nicht in der Tasche lassen, als ich sah, dass sie endlich eine Jacke in meiner Grösse dort hatten, die immer ausverkauft war, als ich sie kaufen wollte. Den Gear-Check konnte ich danach ebenfalls erledigen und es scheint so, dass ich an alles gedacht hätte. 

Zurück im Hotel lernte ich 2-3 der Gruppe von Allan kennen und ass mit ihnen gleich zu Abend auf der Hotel-Terasse. Um 21h war dann Feierabend bei mir, nach der Freinacht im Flugzeug war Schlaf angesagt. 

Gestern wachte ich dann nach 11h wieder auf, bereit für das erste Meeting mit Lakpa, dem administrativen Chef der Firma 14peaks, bei der ich meine Expedition einbetten durfte. Im Verlaufe des Tages würde ich auch noch 2 Dufflebags, 2 Buffs, einen Sonnenhut und eine Jacke erhalten. Da ich nicht wusste, wann Chirring das Material bringen würde, nutze ich die Zeit, meine Homepage auf Vordermann zu bringen und die Sonne zu geniessen. Es ist über 30 Grad warm in Kathmandu, perfekt um die lange ersehnte Wärme zu tanken, bevor es wieder in den Winter geht. Ich traf dort zufällig wieder auf Sonam, die im Terassen-Restaurant als Servicekraft arbeitet. Sie hat sich gestern schon sehr gefreut, mich wieder zu sehen. Sie war jedes Mal da, als wir bei früheren Expeditionen in dem Resti gegessen hatten. Heute war sie ein wenig besorgt über meine Expedition, dass sie sogar weinen musste. Es tat mir einmal mehr leid, dass ich mit meiner Expedition auch Leid über andere Leute bringe, obwohl ich ja eigentlich etwas für mich Positives mache. Einmal mehr wiederholte ich mein Versprechen, dass ich heil zurück kommen würde. 

Ebenfalls packe ich meine Kletter-Dufflebag, damit sie jemand abholen könnte. Leider habe ich vergessen, die Tasche in die Lobby zu bringen, weshalb sie jetzt wahrscheinlich ein bisschen später im Khumbu ankommen wird. Alles nicht so schlimm, da ich den Inhalt sowieso erst im Basecamp brauche. 

Am Nachmittag war Zeit, um Familien-Wünsche im Everest-Outfit-Store zu erfüllen und endlich meine fast schon obligatorische Massage zu geniessen. Die Dame war nicht sehr happy mit meinen Muskeln und meinte, ich solle morgen nochmals kommen. Mal schauen, wie sie die Muskeln in zwei Monaten finden wird… Ebenfalls war noch Zeit für die Fire&Ice-Pizza, und dann spazierte ich zurück ins Hotel. Dort ging ich ein letztes Mal ins Resti zu Sonam, um ihr tschüss zu sagen und gönnte mir dabei auch noch ein grosses Stück Schokoladenkuchen, obwohl ich nach der Pizza immer noch satt war. 

Nun war schon 22h und ich musste noch fertig packen. Zudem konnte ich auch noch kurz mit Raphael telefonieren, der bei seinen Eltern war, so dass es eher ein Familien-Telefonat wurde. Obwohl ich müde war, konnte ich einige Zeit nicht einschlafen, denn ich wusste, dass der Trip am nächsten Tag so wirklich, wirklich losgehen würde. 

Heute Morgen weckte mich dann mein Handy schon um 5.45h, schliesslich wollte ich noch ein letztes Mal duschen, bevor es in die Berge geht. Abfahrt war auf 7h terminiert und ich schämte mich ein bisschen, als ich mit meiner sehr schweren Kletter-Duffle in der Lobby auftauchte. Phunuru meinte, es sei kein Problem, wenn sie schwer sei, aber meine Trekking-Duffle ist nun halb leer und ziemlich leicht. Wahrscheinlich habe ich ein wenig zu rigoros entschieden. We’ll see. 

Die Zeit reichte auch für ein grosses Frühstück und um 8.30h waren wir schon am Flughafen. Und hier sitze ich nun immer noch, mittlerweile seit 2.5h. Im Moment ist der Flughafen in Lukla geschlossen, weil zu viele Wolken und Rauch in der Luft sind. Es scheint dass es ein paar Feuer unterwegs gibt, die natürlich nicht zu blauem Flughimmel beitragen. Eine Option wäre, dass man nach Rahmetchap fährt und versucht, morgen ab dort zu fliegen. Die Flugdauer ist kürzer, sprich die Chance fliegen zu können ist höher. Eine andere, ein wenig teurere Option wäre ein Heliflug nach Lukla. Phunuru und Allen werden das sicher richtig entscheiden. Meine Rolle ist es, geduldig zu sein, denn ob ich heute oder morgen in die Berge gehe, spielt keine Rolle. Ich werde dort noch genug Zeit verbringen 😊 

Donnerstag, 3.April - Ramecchap Flughafen

 

Kurz nachdem ich gestern meinen Blog hochgeladen hatte, kam plötzlich ein wenig Hektik auf. Allan und Phunuru baten uns, unsere 7 Sachen zusammen zu packen, da unser Flugzeug auf uns wartete, um uns nach Ramecchap zu fliegen. So beeilten wir uns, alles so schnell wie möglich im Rucksack zu verstauen und aus dem Gate zu kommen. Dort wartete schon ein Bus mit laufendem Motor, der sofort losfuhr, als alle drin waren. 2 von unserer Gruppen mit einem eben bestellten Café in den Händen, der zu heiss war, um sofort getrunken zu werden. 

Der Bus fuhr uns direkt zum Platz für die Kleinflugzeuge, wo auch unser SummitAir-Flugzeug stand. Der verantwortliche Aufseher meinte, wir sollen noch kurz im Bus warten, bis wir einsteigen könnten. Was wir da noch nicht wussten, war die Tatsache, dass wir noch 1.5h im Bus sitzen würden. Noch waren wir voller Vorfreude, dass es zumindest nach Rhamecchap gehen würde und wir sahen uns in Gedanken wahrscheinlich schon in einem Flugzeug nach Lukla nach einem Mittagessen in Rhamecchap. Wir machten Witze darüber, dass die Sitze bequemer wären als im Flughafengebäude, oder dass 5 Leute beim Flugzeug auf uns warteten. Irgendwann merkten wir, dass auch dem „kurz warten“ schon eine halbe Stunde geworden war. Es wurde warm, langsam ein wenig unbequem, da man die Beine nicht strecken konnte und ich musste auch langsam mal aufs Klo. Anscheinend mussten wir warten bis 3 weitere Flugzeuge in Kathmandu gelandet waren, da es nur eine Piste gab, die sowohl für Starts, wie auch für Landungen benutzt wird. Zudem war der Platz für die Kleinflugzeuge schon voll, so dass sie die Flugzeuge irgendwo zwischen die richtigen Parkplätze stellen mussten. Und das natürlich, ohne dass die Flügel sich berührten. Typisch Nepal würde ich sagen. Also nicht nur wegen dem Parkchaos, sondern auch, dass man irgendwo stundenlang sitzt, plötzlich woanders hineilen muss, um dann dort wieder stundenlang zu sitzen. 

Um 13h durften wir dann endlich aus dem Bus raus und ins Flugzeug und nur 10 Minuten später waren wir in der Luft. Der Flug war grösstenteils ruhig, nur am Schluss schaltete sich der Flugcomputer ein. Ich hörte, wie dieser ein paar Mal sagte „Pancake, Pancake, Pancake“ und dann 500, 200, 50, 40, 30, 20, 10 mit einem langen Piepsen am Schluss ein paar Sekunden vor der Landung. Ich überlegte mir zwar, warum der Computer Pancake sagte, schweifte dann ab mit meinen Gedanken in die Teehäuser und ob ich wohl oft Pancakes essen würde und ob mir diese schmecken würden. Erst beim Abendessen fand ich heraus, dass der Computer nicht Pancake, sondern „Pull up“ also „hochziehen“ sagte.. Immer gut, wenn man solche Dinge erst später bemerkt und so keine Chance hat, Angst zu haben :D 

Zurück zur Landung. Der Flughafen war erstaunlich ruhig, anders als das letzte Mal als ich hier war im Jahr 2023. Keine Passagiere, nur ein paar Guides, die gelangweilt herum sassen. Weil wir seit dem frühen Frühstück nichts mehr gegessen hatten, gab es gleich neben dem Flughafen erst mal gebratene Nudeln zum Mittagessen. Noch bestand eine kleine Chance, dass wir noch weiterfliegen könnten, so dass Allan und Phunuru noch nicht bereit waren, die Nähe des Flughafens zu verlassen. So konnten wir in Ruhe unsere Nudeln geniessen und auch unsere Wasser-Reserven wieder auffüllen. Phunuru ging danach am Flughafen nachfragen, ob es noch Flüge geben würde. Leider gab es nicht viel zu diskutieren, weil die Windlage in Lukla zu schlecht für Flüge war. Das hiess für uns, dass wir den Nachmittag und die Nacht in Rhamecchap verbringen würden. Hier gibt es ein kleines Resort mit Pool, das sich Phunuru ausgesucht hatte. Es gab gerade genug Zimmer für uns alle, ich hatte sogar ein Einzelzimmer als einzige Frau von 5. 

Den Nachmittag verbrachte ich mit Füsse in den Pool hängen, Nachrichten lesen und austauschen und lesen. Ich hatte mittlerweile auch Kopfschmerzen vom vielen unbequemen SitzenEbenfalls wurde ich von den beiden Ama-Dablam-Besteigern mit Fragen über meine Besteigung gelöchert. Die Trekking-Gruppe in der ich mich anschliessen durfte besteht aus 12 Australiern, von denen 3 den Lobuche East und 2 die Ama Damblam besteigen werden. Der Rest macht „nur“ den EBC-Trek. Vor allem die beiden Ama-Besteiger waren neugierig, wie es mir an der Ama erging und waren – so glaube ich – froh, mich mit Fragen löchern zu können. Für mich ist es andererseits auch schön, ihnen die Informationen zu geben, die ihnen fehlen, um auch ihre Vorfreude noch zu steigern. Und irgendwie war es auch schön, mal auf der anderen Seite zu stehen und meine Erfahrungen zu teilen, anstatt Fragen zu stellen. Einmal mehr wurde mir wieder bewusst, wie viel ich seit meinem ersten Trip nach Nepal gelernt habe und wie viel ich daran gewachsen bin. 

Um 18.30h gab es ein kleines aber sehr feines Buffet, bei dem ich sogar 2 Mal Kartoffel-Schnitze holte, denn sie warn so richtig fein knusprig und gut gewürzt. Danach plauderten wir noch ein bisschen weiter, bis es ins Bett ging. 

Das Bett in diesem so genannten Resort würde wahrscheinlich niemand so wirklich als Bett bezeichnen. Es besteht zwar aus einem Holzgestell und einer Matratze, aber die Matratze war gleich hart wie das Holzgestell und somit alles andere als bequem für eine Seitenschläferin wie mir. Also versuche ich mehr schlecht als recht, auf dem Rücken einzuschlafen, die bellenden Hunde draussen und die wenigen summenden Mücken innen zu ignorieren. Ich war zu faul, meine Oropax aus dem Rucksack zu holen, weshalb die ganze Nacht nicht wirklich erholsam war. Tagwache war sowieso schon um 4.35, weil wir um 4.50h Frühstück bekommen würden. Ich denke, ich habe 2-3 Stunden schlafen können, fühlte mich aber überhaupt nicht erholt. 

Das Frühstück kam mehr oder weniger pünktlich und kurz darauf standen wir schon bei der Security für den Check. Der Dame gefielen meine Trekking-Stöcke nicht, weshalb ich sie abgeben musste, damit sie in meine Dufflebag gepackt werden. Bei den Männern gab es wie letztes Mal wieder gar keinen Security. Sie konnten einfach durchlaufen mit ihren Rucksäcken. Nun sitze ich wieder auf einem Stuhl im Flughafen-Gebäude von Ramacchap und warte bis sich das Wetter so bessert, dass wir nach Lukla fliegen können. Der Wind dort ist perfekt, nur leider gibt es im Moment in Nepal sehr viele Waldbrände, was die schlechte Luftqualität ins unermessliche steigen lässt und wenig Sicht bringt. 

Freitag, 4.April - Namche Bazar



Und wieder wurde ich während dem Schreiben des Blogs plötzlich unterbrochen, weil irgendjemand beschlossen hatte, dass jetzt Flugwetter wäre. Ich packte alles schnellstmöglich zusammen, suchte meinen Boardingpass und schon 5 Minuten später standen wir bei unserem Flugzeug. Die vier anderen Flugzeuge die noch am Flughafen standen wurden schon von den Passagieren bestiegen. Wir jedoch standen noch auf dem Feld und beobachteten das Ganze. Ein Flugzeug nach dem anderen rollte zur Startbahn und endlich durften wir auch einsteigen. Die Propeller waren schon in Bewegung und es vergingen keine weiteren 5 Minuten und wir rollten schon los. Wir waren das letzte der fünf Flugzeuge und für mich sah die Luft ehrlich gesagt noch immer gleich aus wie morgens um 6h, nur dass jetzt schon 10h war. Der Flug war nicht ganz so ruhig wie ich es gerne hätte. Das Pancake vom Computer hörten wir kurz nach dem Start am gleichen Ort wieder und es gab doch ein paar kleine Turbulenzen. Zum Glück nichts allzu schlimmes, aber ich war trotzdem froh, als wir nach knapp 15 Minuten sauber in Lukla landeten. Als wir dem Piloten danke sagten für die Landung meinte er, dass wir Glück gehabt hätten. Es hatte eigentlich zu viel Wind (deswegen auch die Turbulenzen), und dass er sicher sei, dass er nach dem Rückflug nach Ramecchap nicht mehr nach Lukla fliegen würde heute. Kurz darauf startete er schon wieder, den Rumpf voll mit glücklichen Trekkern in Richtung Tal. Es sollte tatsächlich das letzte Flugzeug sein, dass gestern in Lukla landete. 2 von den vor uns gestarteten Fliegern kehrten schon nach kurzer Zeit wieder um, es landeten also nur 51 Trekker in Lukla an dem Tag. Wir jedoch strahlten alle über das ganze Gesicht, denn abgesehen davon, dass wir nicht mehr länger in Ramecchap feststeckten, würden wir auf dem gesamten Weg zum EBC fast keine Trekker mit dem gleichen Zeitplan antreffen. Das bedeutet quasi leere Wege für die nächsten 10 Tage für uns, und das in der grösstmöglichen Hochsaison im Tal.
Wir gingen zu einem Teahouse, um etwas zu trinken und noch mal ein wenig umzupacken, damit wir ready wären für den Trek. Die Dufflebags wurden von den Porters übernommen und die Wasserflaschen gefüllt. Vor uns lagen knapp 4.5h wandern, zuerst runter zum Fluss und dann dem Tal entlang hoch und runter mit unzähligen Treppen in Richtung Monju. Nach knapp 2h stoppten wir in Khat für ein kleines Mittagessen und dann ging es bis kurz vor 18h weiter nach Monju. Dort konnten wir gleich unsere Zimmer beziehen, die alle ein eigenes Bad hatten. Wir alle waren ziemlich müde vom frühen Aufstehen, der Warterei und dem Wandern. Nur 3 von uns kennen den Weg schon, der Rest wusste bis zum Start in Lukla nicht, wie die Wege sein würden. Sie sahen auf jeden Fall müde und glücklich aus, als ich sie dann beim Abendessen wieder sah. Ich gönnte mir Spiegeleier mit Pommes, was beides sehr fein war. Mein zweiter leerer Teller von heute, worauf ich natürlich sehr stolz bin. Um kurz nach 20h ging es dann Richtung Schlafsack, wo ich noch ein wenig las, bevor ich müde und glücklich einschlafen konnte.
Heute war dann um 7h Tagwache. Ich war aber schon früher wach, weil die Wände ziemlich dünn sind und so die Küche und anderen Zimmerbewohner gut hörbar sind. Auch die Pferde auf dem Weg draussen hörte man gut, da alle viele Glocken tragen, damit der Besitzer weiss wo sie sind. Ich bin also quasi zu Weihnachtsglocken aufgewacht :D
Zum Frühstück gab es eine Käsemolette in perfekter Grösse, so dass ich schon am zweiten Tag den leeren Teller Nummer 3 vorweisen kann. Das Essen ist also noch kein Problem. Mal schauen, wie lange das anhält. Um kurz nach 8h ging es dann wieder los auf dem Weg. Dieses Mal ging es zuerst einigermassen flach dem Fluss entlang zum Eingang des Nationalparks. Weil sie die Regeln für dieses Jahr geändert haben, werden nun sämtliche Gepäckstücke aufgemacht und kontrolliert, ob man etwas Illegales dabei hat. Im Konkreten, ob eine Drohne zu finden ist. Drohnenflüge sind nämlich im gesamten Nationalpark verboten, wenn man keine Bewilligung hat. Diese Bewilligungen sind jedoch fast unmöglich zu bekommen. Sollten sie eine Drohne finden, würde diese zerstört, man hätte also keine Chance, sie zurück zu bekommen. Unsere Gruppe besteht jedoch aus anständigen Aussies, so dass die Suche erfolglos blieb und wir nach 10 Minuten weitergehen konnten. Die 10 Minuten nutzte ich, um das 3D-Modell zu betrachten, das man vor ein paar Jahren vom ganzen Park erstellt hatte. Es ist zwar ein wenig kaputt, aber den Weg zum Everest fand ich trotzdem in Sekunden. Wahrscheinlich half mir da das Modell, das ich von Claudine auf den Geburtstag bekommen habe und zu Hause auf mich wartet.
Nach dem Eingang zum Nationalpark geht es zuerst steil runter, bevor mein Lieblingsteil des Weges beginnt. Gleich neben dem Fluss läuft man auf schönen Wanderwegen Richtung Norden. Zuerst auf der linken, dann auf der rechten Flussseite. Bis man zur Hillary-Brücke kommt, die die höchste Hängebrücke in ganz Nepal ist. Dort stoppten wir für die obligatorischen Fotos und auch meine Theos bekamen ihre Paparazzi-Momente.
Danach fragte mich ein Trekker einer anderen Gruppe, wie viel die Theos für den Trip bezahlt hätten. Ich verstand zuerst die Frage nicht, meinte dann, dass sie mit Umarmungen bezahlen würden. Er lachte dann und fragte, ob ich wüsste, dass es Firmen gäbe, die Reisen für Kuscheltiere organisieren würden. Ich denke, ich habe an diesem wunderschönen Ort von meinem nicht bekannten Traumjob erfahren.... ;)
Nach dem Foto-Stopp gab es nur noch eine Richtung: hoch, hoch, hoch. Zuerst auf der rechten Flussseite über viele Stufen zur Brücke, nach der Brücke über Switchbacks auf Wanderwegen bis nach Namche. Bei der Brücke gab es nochmals ein kleines Fotoshooting mit der Gruppe, alleine und wir machten sogar Burpees und Push-Ups auf der Brücke. Mit mir meine ich mich und 2 Girls, die ebenso crazy scheinen wie ich. Und nein, es war NICHT meine Idee mit den Fitnessübungen auf der Brücke, ich schwöre!
Etwa auf der Hälfte des Anstiegs machten wir nochmals eine Pause, so dass die Energie niemandem ausgeht. An diesem Ort habe ich vor 8 Jahren das erste Mal den Everest sehen können. Leider war sie wegen der Luftqualität heute nicht zu sehen, ich musste das Foto von damals trotzdem nachstellen.
Eine weitere Wanderstunde später standen wir am Eingang von Namche. Wer diesen Anblick noch nie gesehen hat, kann sich das nicht so ganz vorstellen. Man kommt um eine Kurve und dann sind da all die Häuser wie an den Hügel geklebt. In allen Farben strahlen einem Gebetsräder entgegen, eine 10m grosse weisse Stupa schaut einen an und man hört das Flattern von hunderten von Gebetsfahnen. Da wir ein Teahous in der Mitte des Dorfes gebucht haben, spazierten wir direkt in das Zentrum und weitere 100 Treppenstufen später sassen wir schon vor einem Teller mit Pommes, gebratenem Reis und gebratenen Nudeln und einer Tasse heissem Tee. Die gesamte Wanderzeit betrug nur 3h 15 Minuten, wir kamen also pünktlich auf das Mittagessen. Danach bezogen wir unsere Zimmer und folgten der Empfehlung von Phunuru, im Sherpa Barista Café gleich daneben Kuchen zu essen und Kaffee zu trinken. Ich bestellte einen Chai Latte und einen kleinen Schokoladenmuffin und genoss beides. Andere assen riesige Kuchenstücke oder noch grössere Apple-Pies und kämpften mit der Portionengrösse. Danach spazierte ich mit Josh einmal um das Dorf, kaufte noch eine Trinkflasche ein, weil eine meiner Flasche wahrscheinlich nicht mehr ganz dicht ist und fand einen coolen, flauschigen Ama Dablam Pulli, den ich mir morgen wahrscheinlich kaufen werde Ich muss zuerst Phunuru fragen, wie schwer meine Trekking-Duffle sein darf bis zum EBC.
Jetzt sitze ich bei einem weiteren Chai Latte wieder im Café und nutze das gratis Wifi, um den Blog zu schreiben und auf Vordermann zu bringen.
Meine Beine sind fit, es geht mir gut und es macht Spass in der Gruppe unterwegs zu sein. Ich fühle mich gut aufgehoben und bin Allan und Phunuru sehr dankbar, dass sie das so arrangiert haben. Wenn ich nur schon daran denke, dass ich alleine hätte 4h in Ramecchap warten müssen, steigt meine Dankbarkeit ins Unermessliche.
In 1.5h gibt es Abendessen und dann freue mich auch schon wieder aufs Bett, da ich immer noch ein wenig müde von der Freinacht von vorgestern bin.

Samstag, 5.April - Namche Bazar

 

Das Abendessen gestern war leider nicht ganz das was ich meinte bestellt zu haben. Ich wollte eigentlich Pommes, aber bekam gebratene Kartoffeln. Sie waren aber fein, weshalb ich sie trotzdem ass. Weil wir eher spät als normal assen, waren danach alle ready für das Bett. Wir mussten nur noch das Frühstück bestellen, damit es am nächsten Tag nicht zu lange geht, bis es bereit ist. Ich ging auch bald ins Bett, um noch mein Buch fertig zu lesen. Spätestens um 23h schlief ich dann auch tief und fest in meinem wunderbaren Schlafsack. Für den Trek habe ich den violetten, extra für mich designten Schlafsack gewählt. Er ist zwar im Moment noch viel zu warm, aber das wird sich sicher bald ändern. In violetten Sachen schlafen ist trotzdem toller als im roten Schlafsack zu liegen ;)
Heute war das Frühstück eigentlich erst um 8h geplant. Aber ab 6h waren offensichtlich alle wach, der es herrschte reger Betrieb vor meiner Zimmertüre. Ich blieb trotzdem bis 7.45h in meinem Schlafsack liegen, da ich wusste, dass der Essraum sowieso nicht beheizt ist. Den Rucksack hatte ich auch schnell umgepackt, da wir heute eigentlich nichts mitnehmen mussten, ausser 1 Liter Wasser, die Regenklamotten, die sowieso immer dabei sein müssen und eine Mütze mit dünnen Handschuhen.
Nach dem Frühstück (leerer Teller Nr.4) ging es um 9h los in Richtung Khunde zur Akklimatisierung. Khunde liegt rund 400hm höher als Namche und ist ein sehr ruhiges Dorf. Um dahin zu kommen, muss man zuerst aus Namche raus und immer weiter den Hügel hoch. Das heisst, wir gingen wieder hunderte Stufen hoch, manchmal schön aus Stein gebaut, oder auf natürlichem Wanderweg. Alle 30-40 Minuten gab es eine Trinkpause und Zeit, die Aussicht zu geniessen. Wir konnten durch den Smog sogar die Ama erblicken, was mich einmal mehr wieder in Staunen versetzte, wie ich auf die Idee kommen konnte, diesen Berg zu besteigen. Ich frage mich, ob ich es jemals so wirklich zu 100% verstehen werde, dass ich da oben war. In live sieht sie so viel steiler aus als auf den Fotos und dort sieht sie schon verdammt steil aus. Ich genoss auf jeden Fall ihren Anblick und beobachtete auch die zwei Ama-Besteiger unserer Gruppe. Es ist das allererste Mal, dass John das Ziel live sah. Mitch der andere hatte vor einem Jahr schon den Lobuche East bestiegen und kennt den Anblick zwar, sah aber genau so verstört auf den Berg wie John. Ich weiss genau wie sich die zwei fühlen und hoffe, sie werden die Zeit am Berg ebenso geniessen wie ich es im Jahr 2023 tat.
Ich versuchte während der Wanderung nach Khunde eher im langsamen hinteren Teil der Gruppe zu gehen, damit ich sicher langsam bin. So spare ich Energie, die ich vielleicht später noch brauche, obwohl es sich im Moment nicht so anfühlt, als ob ich zu wenig Energie hätte.
Wir spazierten auf dem Weg auch über den Flughafen von Syangboche, der noch immer für Materialflüge von Helis benutzt wird. Früher starteten und landeten einmotorige Maschinen auf der Graspiste und wir alle fragten uns, wie das wohl damals aussah. Ebenfalls besuchten wir die staatliche Yakfarm, die sich gleich neben dem Flughafen befindet. Leider gab es keine Baby-Yaks, aber die grossen sind ja eigentlich auch irgendwie kuschelig und toll zum Anschauen. Nach rund 2 1/4h erreichten wir den schön gestalteten Dorfeingang, der unter anderem mit einer Stupa geschmückt ist. Der Weg zum Teahouse von Dawas Schwester war auch schnell zurück gelegt, so dass wir bald in der Windstille im Essraum dort sassen. Zum Mittagessen gabe es für alle gedämpfte Momos mit Kartoffeln und Salat. Ich verzichtete auf die Momos, dafür ass ich den Salat. Mal schauen, ob das eine gute Idee war, ich denke Dawa's Schwester weiss schon was sie tut. Wir sind sicher nicht die erste Westler-Gruppe die bei ihr zu Mittag ass. Nach dem Lunch trank ich noch ein paar Tassen Tee, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten. Wir gingen bis zur Flugpiste denselben Weg, bogen dann links ab auf den steilen und direkten Weg nach Namche. Ich versuchte, auch den Weg nach unten konzentriert unter die Füsse zu nehmen, schliesslich wäre es voll doof, wenn ich mich jetzt noch verletzen oder einen Misstritt machen würde. Der Weg zum Teahouse dauerte nur eine Stunde und zurück in unserem Zuhause bestellten wir als erstes das Abendessen. Ich beschloss danach im Zentrum einen Ama Dablam Hoodie zu kaufen, den sie leider nicht mehr in der gewünschten Farbe hetten. Da der Shopbesitzer zufällig ein früherer Schüler von Phunuru im Khumbu Climbing Center war, werde ich den Hoodie in ein paar Wochen zum Basecamp geliefert bekommen :D Der Name Phunuru öffnet einem wirklich sehr viele Türen hier, denn er kennt gefühlt jeden hier. Ich genoss noch einen Schwarztee mit Schokoladenkuchen in einem Cafe und ging dann zurück zum Teahouse. Dort zog ich mich erstmal um in die bequemen und wärmeren Teahouse-Klamotten und jetzt sitze ich wieder im Café daneben und trinke einen Chailatte. Das Abendessen ist in knapp 2h und dieses Mal sollte es klappen mit den Pommes. Morgen ist der Plan nach Phortse zu wandern, das etwa gleich hoch ist wie Khunde.

Montag, 7.April - Pangboche


Ich sitze gerade im Essraum unserer Lodge und geniesse die sanfte Wärme des Ofens, der soeben eingefeuert wurde. Seit meinem letzten Eintrag in Namche sind schon wieder 2 Tage vergangen, in denen wir unterwegs waren. Am Samstag Abend nach dem Essen war wieder früh Nachtwache. Ich scrollte noch ein bisschen durch die Resultate der verschiedenen Puzzle Meisterschaften und erfreute mich an den tollen neuen Puzzles, die sie in Washington puzzeln durften. Es scheint, als ob ich bald wieder eine grosse Bestellung in Amerika machen müsste…

Ich konnte wieder gut schlafen und das Zusammenpacken am Morgen ging schon schneller. Ich war also vor dem Frühstück um 7.30h ready und begann darum schon meinen Schwarztee zu trinken. Wie auf jedem Trek ist mein Ziel, mindestens 3 Tassen Tee zu trinken, bevor wir losgehen, damit ich bis zum Mittag sicher 2l trinke. Zum Schwarztee wählte ich Vegi-Omeletten, da sie hier heiss gebracht werden und somit nicht nur essbar, sondern ziemlich gut sind. Salz und Pfeffer stehen immer auf dem Tisch, man kann also selber nachwürzen, falls nötig. Am Sonntag stand ein langer Wandertag auf dem Plan. Rund 11km trennten uns von Phortse unserem nächsten Ziel und Heimat von Phunuru und Mingma. Zuerst spazierten wir durch Namche an den oberen Rand und dann ging es sanft steigend weiter mit Aussicht auf die diversen Berge um uns herum. Leider ist die Luftqualität noch immer nicht die Beste und im Tagesverlauf die Sicht immer schlechter. Zu Beginn konnte man trotzdem noch einigermassen etwas sehen und nur 30 Minuten ausserhalb von Namche, beim Memorial für Hillary, konnte ich den letzten ersten Anblick von Everest geniessen. Das Lustige an der Sache ist: Ich war die einzige, die es realisierte, alle anderen unserer Gruppe und auch die restlichen Trekker, die dort pausierten, konnten den Everest nicht identifizieren oder beachteten sie gar nicht. Der Anblick ist für mich immer wieder speziell, auch wenn man ihn durch den Dunst nur erahnen konnte. Danach ging es weiter nach Kyangjuma, wo wir auf der grossen Terrasse eine Snackpause einlegten. Hier wäre die Aussicht noch besser, aber eben, die Luftqualität ist miserabel. Ama Dablam ist zu erahnen, aber der Anblick ganz anders als ich sie das letzte Mal sehen konnte.
Nach dieser Pause folgte bald die Abzweigung zum Panoramaweg. Das heisst, die Stairway to Heaven (oder Hell)-Treppen waren nicht mehr weit. Die Stufen sind ziemlich frisch betoniert und es gibt meine Möglichkeiten für Zwischenschritte. Zum Glück waren es keine Riesen, die sie gebaut haben, so war das hochgehen einigermassen ertragbar. Der Anstieg war es einmal mehr wert, denn die Aussicht hoch über dem Weg, den ich bisher immer genommen hatte, war einzigartig. Es ging so immer weiter bergan, bis wir das Dorf Mongla erreichten. Dort gab es Ramensuppe und Pommes für alle. Ich ass mehr Pommes als Suppe, da ich die Nudeln und ihren Geschmack leider nicht mag. Trotzdem konnte ich ein bisschen von der Suppe schlürfen und doch die Hälfte der Nudeln essen. So waren wir alle gestärkt für den letzten Drittel unseres Wandertages. Zuerst mussten wir 350hm zum Fluss Imka Kola runter gehen, damit wir diesen überqueren konnten. Phortse sah man übrigens schon seit einer Weile immer näher kommen und es hätte wahrscheinlich keine 15 Minuten gedauert, wenn der Fluss nicht zwischen Monla und Phortse ein Tal gegraben hätte. Natürlich mussten wir nach der Brücke wieder hoch nach Phortse gehen, was uns nochmals 45 Minuten auf dem Weg bescherte. Das Dorf hiess uns mit einem farbigen Tor und tausenden von Mani-Steinen willkommen. Ebenfalls konnten wir kurz davor auch die vom aussterben bedrohten Musk Deer ausmachen, die im Silberbuschwald nach Nahrung suchten. Die Silberbuschbäume sind anscheinend genau so selten, wie die Tiere. Die Deer sehen aus wie ein Reh mit einem Känguruh-Kopf und die männlichen Tiere haben links und rechts vom Mund weisse Zottel herunterhängen. Sie hatten offensichtlich keine grosse Angst vor uns und der Grund dafür ist, dass sie in Phortse nicht gejagt, sondern gepflegt werden. Die vielen Mani-Steine entstanden in der Generation von Phunurus Grossvater und umrahmen den westlichen Rand des Dorfes.
Weil wir eher früh unterwegs waren, spazierten wir weiter zum Khumbu Climbing Center, kurz KCC, das seit 2019 in einem neuen, erdbebenfesten Gebäude untergebracht ist. Darin werden jeden Januar die Climbing Sherpas unterrichtet, damit sie bereit sind für die Hochgebirgssaison. Unter dem Jahr werden ebenfalls Lokale unterrichtet, damit Sie ihre Kenntnisse erweitern können und so die Sicherheit der Nepali am Berg verbessert werden kann. Phunuru ist jedes Jahr einer der Hauptinstruktoren, immer unterstützt mit verschiedenen internationalen Bergführern. Ich wollte seit ich das erste Mal vom KCC hörte, unbedingt mal hier vorbei. Umso schöner war es, dass wir uns genug Zeit nehmen konnten für den Besuch und sogar Räume betreten durften, die normalerweise nur für die Instruktoren erlaubt wären. An der Aussenwand sind Haken installiert, um zu klettern und innen hat es eine Boulderwand. Im Obergeschoss ist eine Bibliothek untergebracht mit Büchern für Kindern und Jugendliche und ein ganzer Raum mit Büchern über den Everest, die 8000er oder die Khumbu-Region. Da habe ich Bücher von 1921 gesehen und hätte am Liebsten meinen Rucksack und Duffles damit gefüllt. Laut Phunuru ist es sowohl die höchste Kletterwand, wie auch die höchste Bibliothek und auch die teuerste Bibliothek. Das weil dort Bücher stehen, von denen es weltweit nur noch ganz wenige Exemplare gibt. Ebenfalls gibt es viele handgemalte Bilder von den Bergen rund um Phortse und kleine Info-Fenster über die Erstbesteigung des Everests. Sogar die Swisstopo-Karte zum Jubiläum der Erstbesteigung war ausgestellt. Ich kann mich geehrt fühlen, dass ich diese Karte auch zu Hause habe, ein Geschenk von Claudine, das ich zu Hause in Ehren halte.
Nach dem Besuch des KCC ging es auf direktem Weg zum Teahouse, wo wir sogleich unsere Räume beziehen konnten. Ich hatte Glück mit einem Doppelbett-Zimmer, so dass auch die Theos genug Platz hatten. Weil im Essraum schon der Ofen angeheizt war, ging ich nach dem Einrichten nach unten und wollte eigentlich ein bisschen lesen. Da aber auch andere der Gruppe da waren, bevorzugte ich Gespräche mit ihnen am Ofen. Jeder der schon mal in Nepal in einem Teahouse war, weiss genau wie die Szenerie ausgesehen hat. Etwa 10 Personen sitzen auf Plastik-Gartenstühlen um den Ofen herum und trinken entweder aus ihren Plastikflaschen oder heissen Tee aus Gläsern.
Um 19h war Zeit für das Abendessen, was bei mir einmal mehr Pommes mit Spiegeleiern war (leerer Teller Nr.5). Eloise hatte Kartoffeln mit Käse bestellt und hat genau das erhalten: 10 Salz-Kartoffeln mit 2 Scheiben Yak-Käse. Der Anblick war ein wenig absurd und sie tat mir ein wenig leid, da es sehr trocken aussah. Sie schaffte es zumindest 6 davon zu essen, ich hätte schon nach 2 genug gehabt.  Nach dem Essen spielten einige von uns noch 2-3 Runden UNO, bevor alle ins Bett gingen.
Ich durfte noch Gyalzen kennenlernen, meinen zweiten Sherpa. Chirring, Phunuru, Gyalzen und ich sassen zusammen und besprachen die nächsten Tage, so dass alle auf dem gleichen Stand sind. Ich bin gespannt wie es dann am Berg wird, Gyalzen scheint ein wenig ruhig zu sein und Chirring ist auch eher der ruhige Typ. Aber da am Berg sowieso nicht viel gesprochen wird, sollte das kein Problem sein. Und falls es Kommunikationsprobleme gibt, wird Phnuru für mich erreichbar sein. Ich mache mir auf jeden Fall keine Sorgen und freute mich, das letzte Mitglied der Expedition zu treffen. Gyalzen wird morgen wieder zum EBC zurück kehren und 14peaks beim Aufbau des Camps helfen. Nach dem Meeting ging auch ich ins Bett und schlief einigermassen schnell ein.
Heute morgen war Tagwache um 7h, Frühstück um 7.30h. Ich hatte eigentlich Zimt-Pancake bestellt, aber leider bekam ich Schokoladen-Pancake, wobei Schokolade zu hoch gegriffen ist. Es schmeckte mir überhaupt nicht und weil wir heute einen eher kurzen Wandertag vor uns hatten, forcierte ich das Essen auch nicht. So wanderte der Teller fast voll wieder zurück in die Küche. Das erste Highlight vom heutigen Tag war der Besuch in Phunurus Haus. Er und Minga haben früher hier in Phortse gewohnt und kommen nun immer wieder mal zurück. Phnurus Mutter und Schwester wohnen immer noch hier und erwarteten uns bereits im Haus. Er meinte zwar, dass er ein kleines Haus hätte, der Essraum könnte aber locker mit einigen Teehäusern mithalten. Wir bekamen etwas Heisses zu trinken, konnten in Ruhe die privaten Fotos betrachten und machten die obligatorischen Gruppenfotos. Ebenfalls wurden wir von Phunurus Mutter mit Kathas ausgestattet, damit wir eine sichere Wanderung haben. Ich fühle mich extrem geehrt, dass Phunuru und Mingma uns ihre Türen geöffnet haben und seine Schwester und Mutter sich die Mühe machten, uns zu treffen. Sie haben dafür sogar den Besuch im Kloster um ein paar Stunden verschoben.
Nun war Zeit aufzubrechen, um den zweiten Teil des Panoramawegs unter die Füsse zu nehmen. Auch hier spazierten wir zuerst zum oberen Ende des Dorfes und dann ging es hoch und runter dem Berg entlang weiter in Richtung Osten. Manchmal standen wir vor weiteren steilen Betonstufen, oder die Aussicht veränderte sich hinter der nächsten Ecke. Die Sicht auf das Kloster von Tengboche war auf jeden Fall ausserordentlich schön, trotz den wieder aufkommenden Wolken und dem Smog der Waldbränden. Wir sahen auf dem Weg Mountain Goats und Adler, konnten die Menschen auf dem Weg von und nach Tengboche beobachten und kamen an einer Übungswand vom KCC vorbei. Nach knapp 3h erreichten wir schon unseren Zielort Pangboche, wo ich noch immer sitze. Wir bezogen unsere Zimmer und assen ein wunderbares Vegi Dal Bhat. Ich habe heute wieder einmal ein Zimmer mit privatem WC, was ich natürlich geniesse. Zur Verdauung spazierten wir wieder ein kleines Stückchen zurück zum alten Teil des Dorfes, das übrigens das höchste stetig besiedelte Dorf im ganzen Khumbutal ist. Ebenfalls steht hier das älteste Kloster von Nepal, das wir nun besuchten. Wir sassen zuerst eine halbe Stunde im Gebetsraum und hörten den Mönchen beim Beten zu. Danach ging es einen Stock höher, wo diverse sehr alte Holzmasken und Figuren standen und hingen. Alle geschmückt mit hunderten von Katthas und die Wände voll mit farbigen Malereien. Das Kloster wurde von einem Lama von Grund auf aufgebaut, der als der mächtigste Lama in der Region bekannt ist. Er musste sich gegen seine zwei Brüder behaupten um als mächtigster Lama angesehen zu werden. Zum Abschluss von unserem Besuch ging es einmal links um das Kloser herum zum Puja-Raum, wo der älteste Lama auf uns wartete und eine Puja durchführte. Er war erst von 2 Tagen aus Kathmandu zurück gekehrt, da er sich nicht so gut fühlte. Zuerst wurden wir 3 Kletterer gesegnet und dann alle Trekker. Ich habe nun einen Anhänger um den Hals mit einer wichtigen Figur aus dem Buddhismus, die eine schwarze Ratte in den Händen hält. Etwas passenderes hätte ich mir nicht vorstellen können. Im Basecamp werde ich noch eine Puja erleben können, wo auch mein Material gesegnet werden wird. Für viele von uns war es die erste Erfahrung in einem Kloster und obwohl ich das jetzt auch schon 1-2 Mal erlebt habe, war es trotzdem wieder speziell. Ich verstehe die Religion und Kultur noch immer nicht, schätze es aber sehr, dass wir durch Phunuru und Mingma den Einblick in diese Welt erhalten haben. Natürlich brachten wir auch Opfergaben und Geld mit, damit der Segen rechtens ist. Nun sind wir zurück im Teehaus, wo wir unser Abendessen bestellen konnten und ausruhen können. Das Essen wird in einer Stunde kommen und bis dahin werde ich noch ein bisschen UNO spielen, denn die anderen sind schon fleissig am Spielen während ich diese Zeilen schreibe.
Morgen wird es nochmals einen kurzen Wandertag geben. Wir werden nach Dingboche gehen, das auf rund 4410m hoch ist. Das heisst, ca. 600hm hoch und hoffentlich weitere tolle Ausblicke auf Ama, Everest, Lhotse und alle anderen hohen Berge um uns. Im Moment ist die Ama Dablam wieder voll sichtbar und strahlt auf uns herab 😊

Mittwoch, 9.April - Dingboche

 

Gestern war spät Tagwache, da wir wie schon geschrieben, nicht so viel Weg vor uns hatten. Zuerst gingen wir bergan bis zum Dorfende, wo wir uns leider von John und Mitch verabschieden mussten. Sie werden in den nächsten drei Wochen an der Ama Dablam verbringen und diese hoffentlich auch besteigen können. Sie werden  mit Dawa in ca.3h zum Basislager gehen und sich dann dort für die nächsten Tage einrichten und ausruhen.
Natürlich zelebrierten wir diesen Moment mit einem letzten Gruppenfoto.
Die Aussicht auf Ama, Everest und Co talaufwärts war einmal mehr wunderbar, vor allem weil wie sehr oft, am Morgen noch wolkenloser Himmel herrschte. Ein Hund folgte uns auf dem Weg weiter und poste sogar für mich.
Der Weg führte uns nun dem Fluss entlang eher flach weiter ostwärts. Es war einigermassen windstill, so dass das Gehen für alle ein Genuss war. Wir machten ca.alle 40‘ eine kurze Trinkpause, schliesslich gilt es auch auf kurzen und flacheren Etappen genug zu trinken.
Bei der einzigen Brücke auf unserer Route machten wir eine grössere Pause und einige von uns nutzten die Gelegenheit, ihre Hände im kalten Fluss zu waschen und/oder den Kopf zu kühlen.
Danach ging es noch ca.45‘ lang zu einem Grat hoch, von wo wir schon Dingboche sehen konnten. Dingboche liegt auf 4410m und ist mir von meinen früheren Treks positiv in Erinnerung. Wir checkten im Teehaus Tashi Delek ein und assen erst mal Lunch. Zum Glück hatte ich die Spezialbestellung Pommes, da die Nudelsuppe alles andere als gut aussah. Ich musste mich konzentrieren, den anderen nicht auf den Teller zu schauen, denn dann wurde mir augenblicklich schlecht, was ich absolut vermeiden wollte. Auch jetzt, beim Schreiben, muss ich mich konzentrieren, dass ich tief durchatme.
Nach dem Essen und dem obligaten Schwarztee richtete ich mich im Zimmer ein, wechselte meine Kleider und nutzte die Gelegenheit für eine kleine Katzenwäsche. So neue Kleidung nach einer Woche tat richtig gut! Auch dieses Mal hatte ich das Glück ein privates Klo zu haben, was ich einmal mehr schätze. Schliesslich macht sitzen im Badezimmer viiiel mehr Spass als die andere Art zu pinkeln ;)
Nach dem Einrichten ging ich ins Cafe neben unserem Teehaus, wo ich die nächsten 4h blieb. Es gab Masalatee, richtig gute heisse Schokolade, Popcorn, tolle Gespräche und viele Lachmomente, weil Eloise ein wenig mit Photoshop herum experimentierte. Sie hat diesen Trip mit ihrem Vater Michael begonnen. Leider hat er schon vor Namche mit der Höhe zu kämpfen gehabt, was auch nach 2 Tagen nicht besser wurde. Deshalb wurde er am Montag von Namche nach Kathmandu geflogen, wo er eine Nacht im Spital verbrachte. Nun photoshoppte Eloise also Michael in diverse Bilder von den letzten Tagen, so dass er auch irgendwie dabei ist. Natürlich kamen so auch lustige Ergebnisse dabei heraus :)
Um 19h war dann Essen angesagt, so dass wir in unseren Essraum wechselten. Für mich gab es kalte Pommes mit kalten Spiegeleiern, aber ich schaffte es doch, einiges zu essen. Danach las ich noch ein wenig und die anderen soielten eine weitere Runde Uno.
Um 20.30h wurde es ein wenig kühl, weshalb ich beschloss, ins Bett zu gehen.
Heute Morgen war wieder spät Tagwache, denn es stand „nur“ eine Akklimatisierungstour auf dem Plan. Leider war das Frühstück ebenfalls nicht so ganz nach meinem Geschmack, so dass ich mit fast leerem Magen losging. Ziel war der Gipfel Nangkhartshang auf 5083m. Natürlich musste niemand bis ganz nach oben gehen, von mir wurde es aber doch ein wenig erwartet, da ich ja noch ein bisschen mehr vor habe, als die anderen. Wir wanderten sehr gemütlich auf den Grat und dann weiter dem Grat entlang in die Höhe. Pausen gab es immer wieder mal und die Aussicht war grösstenteils gut. Zwischendurch sah es so aus, als ob uns die Wolken verschlingen würden, dann wären wir nicht bis auf 5000m gestiegen. Aber es klarte wieder auf, so dass doch einige von uns den Weg bis ganz hoch auf sich nahmen. Heute musste jeder auf seinen Körper hören, denn morgen ist ein langer Tag und es wäre dumm, heute zu viel Energie auf dem Grat zu lassen. Ich fühlte mich auf dem ganzen Weg sehr gut und konnte langsam und stetig an Höhe gewinnen.
Oben angekommen war genug Zeit um auf wolkenfreie Momente zu warten, Fotos zu machen und die anderen willkommen zu heissen, die ein bisschen länger brauchten.
Ich durfte den Abstieg im eigenen Tempo machen, so dass ich 45‘ später schon wieder im Teehaus war. Leider bekam ich auf dem Weg Kopfschmerzen, die dann immer schlimmer wurden. Als alle wieder zurück waren, tauschten wir unsere Eindrücke aus und assen Lunch. Es gab wieder Pommes für mich, aber die Kopfschmerzen und die Gedanken an das Mittagessen von gestern hielten mich zurück, wirklich was zu essen. Ich kämpfte mich durch einen Drittel des Tellers, hatte dann aber je länger je mehr Mühe mit dem blossen Anblick von Essen. Ich verschwand darum bald in meinem Schlafsack, um ein wenig zu dösen und die Übelkeit loszuwerden. Genau solche Momente hasse ich, denn unter normalen Umständen, mit normalem Essen hätte ich nicht so grosse Probleme zu essen. Ich hatte ja Hunger, aber eben, wenn ich die schlechten Gedanken zu komischem Essen mal habe, gehen die fast nicht mehr weg. Zum Glück weiss ich, dass tiefes Durchatmen manchmal helfen kann und heute half es tatsächlich. Vor etwa einer Stunde machte ich mich dann, noch immer mit pochendem Kopf, auf ins Cafe, wo ich eine weitere feine heisse Schokolade trinken konnte. Die Kopfschmerzen sind noch da, aber zum Glück weniger stark. Wenn es nicht besser wird, werde ich um den guten Schlaf willen, eine Tablette nehmen vor dem Abendessen.
Meine Beine sind immer noch fit und wenn es bei dem bisschen Kopfschmerzen bleibt, werde ich auch die nächsten 2 Tage bis zum EBC geniessen können. Das Wetter sollte weiterhin so ähnlich beliben wie bisher: klar am Morgen und wolkig am Nachmittag. Ich freue mich langsam auf die Dusche im EBC und darauf mich in meinem Zelt einzurichten und nicht jeden Tag oder jeden zweiten Tag wieder alles zusammen zu packen. Auch hoffe ich auf viel besseres Essen im EBC, zumindest nach meiner Erfahrung am Manaslu ;)

Samstag, 12.April - Everest Base Camp


Die zweite Nacht in Dingboche war ebenso ruhig wie die erste. Wider Erwarten konnte ich mein Zimmer für mich behalten und musste es nicht teilen. Falls zu viele andere Trekker angekommen wären, hätte ich mich mit Xoe zusammen getan, weil sie die einzige andere weibliche Trekkerin ist, die nicht hustet oder sich ein wenig krank fühlt. Aber eben, einmal mehr konnte ich mein Einzelzimmer geniessen. Tagwache war am Donnerstag wieder nicht allzu früh – nämlich um 7.30h - , da wir nicht zu früh in Lobuche ankommen wollten. Dort gibt es nämlich nichts ausser einen riesigen Essraum und eher kalte Zimmer. Zudem sind die Teehäuser dort meist sehr voll, weil fast alle dort übernachten. Das Risiko, dort krank raus zu kommen ist entsprechend hoch. So starteten wir ca. um 8.15h mit unserem Wandertag. Zuerst ging es wieder auf den selben Grat, den wir gestern schon bestiegen hatten. Danach folgten wir dem Plateau überhalb von Periche weiter dem Tal hoch. Der Anstieg war fast nicht spührbar, galt es doch auf wenigen Kilometern nur 250hm zu überwinden. Nach einer Stunde kamen wir an Yak-Gehegen vorbei, die man gut in Form von handgemachten Steinmauern erkennen konnte. Zudem standen auch zwei sehr alte Steinhäuschen auf dem Plateau, damit die Yak-Treiber einen windgeschützten Ort hatten über Nacht. Natürlich nutzten wir diesen alten Ort um ein weiteres Gruppenfoto zu schiessen. Noch eine knappe Stunde trennte uns nun von unserem Lunch-Stop namens Thukla. Dafür mussten wir noch einen kleinen Fluss überqueren und einen kleinen Hügel erklimmen. Es schient so als ob es bald eine neue Brücke geben wird, so dass man den kleinen Hügel in Zukunft nicht mehr überwinden muss. Die Betonstützen an den jeweiligen Enden der Brücke stehen schon da und überall liegt das Material für die Hängebrücke herum: Maschendrahtzaun, Blechböden und Stahlseile. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis die Brücke steht und benutzt werden kann. Vor allem frage ich mich, wie sie das hier schaffen, die Stahlseile zu spannen, etc.
In Thukla war einiges los, auch wieder weil grösstenteils alle Trekkinggruppen hier Halt machen für den Lunch auf dem Weg zum EBC, aber auch auf dem Rückweg. Ein Ort mit schlechter Hygiene und nicht dem besten Essen. Wir hatten Glück, unsere Pommes waren sehr gut und heiss. Wahrscheinlich war das dem Grund geschuldet, dass gerade viele Gruppen aufbrachen, als wir hereinkamen und die Küche somit nicht soo im Stress war. So stärkten wir uns also mit Nudelsuppe und Pommes für den nächsten grossen steilen Aufstieg zum Thukla Pass, der den meisten als Memorial Hill bekannt ist. Weil ich wusste, dass es an steilen Aufstiegen einfacher ist, jemandes Füssen zu folgen, verlangsamte ich meine Schrittgeschwindigkeit noch ein bisschen mehr als normal und ging mit 3 der Aussies hinter mir schon langsam den Hügel hoch. Für mich ist das auch immer eine gute Sache, weil ich mich so zwingen muss, nicht zu schnell zu gehen. Eine Win-Win-Situation für alle also. So ist der Anstieg viel weniger anstrengend und oben angekommen habe ich auf meiner Uhr gesehen, dass ich auf dem Anstieg trotz der Höhe von knapp 4900m, immer noch einen durchschnittlichen Puls von 80 hatte. Oben angekommen, bekamen wir ein bisschen Zeit um die vielen Memorials zu erkunden, die zu Ehren zahlreicher Bergsteiger erstellt wurden, die leider den Weg nach Hause nicht mehr antreten konnten. Für mich ist dieses Hochplateau immer ein emotionaler Besuch. Die Atmosphäre ist anders als auf dem Rest des Treks. Ich spüre so viele Träume, die auf den Bergen unerfüllt blieben und viel Trauer. Zudem fühle ich mich immer egoistisch, dass ich trotz dem dass ich das mit den eigenen Augen sehe und mit spüre, meinen Traum weiter verfolge. Auch mein dritter Besuch ging nicht ohne Tränen vonstatten und es war schön, dass ich auch dieses Mal wieder von jemandem in den Arm genommen wurde. Allan musste mich nur ansehen und wusste, was zu tun ist. Auch habe ich ihm gezeigt, wo ein kleines Memorial zu stehen kommen sollte, falls auch mein Traum auf dem Berg enden sollte. Auch wenn ich sicher bin, dass das nicht passieren wird, ist es für mich doch tröstlich zu wissen, dass jemand weiss, wo mein Wunschplatz wäre. Sicher ist sicher 😉 Es fiel mir auch dieses Mal schwer, diesen Platz nach einer halben Stunde wieder zu verlassen, und so trottete ich unserer Gruppe schweigend hinterher. Nirgends ist man meiner Meinung nach so klar den Konsequenzen des Bergsteigens ausgesetzt, wie hier. Der Weg nach Lobuche führte uns nun weiter dem Tal entlang zwischen einem Hang und Geröll des Khumbugletschers und schon eine Stunde später erblickten wir die wenigen Häuser. Unser Teehaus hiess Altitude Oxygen oder so ähnlich und Phnuru hatte uns schon einen ganzen Flügel reserviert. Er war am Tag zuvor von Dingboche aufgebrochen, um eine andere Gruppe auf den Lobuche East zu führen und verliess die Gruppe in Lobuche wieder, um auf uns zu warten. Dieses Mal hatte ich mit dem Einzelzimmer kein Glück mehr, aber da Xoe genau so unkompliziert und flexibel ist, störte es mich nicht wirklich. Zudem war auch sie gesund, was für mich hier Priorität hat. Wir richteten uns im Zimmer ein, so dass es bereit wäre, wann immer wir schlafen gehen würden. Einrichten heisst, den Schlafsack aus dem Kompressionssack zu holen und die Thermosachen darin bereit zu legen, dass sie nicht zu kalt sind, wenn man sie anzieht. Da ich von den früheren Besuchen wusste, dass Lobuche immer ziemlich kalt ist, beschloss ich, die Thermossachen schon anzuziehen, damit ich schneller im Schlafsack sein würde. Weiter legte ich die Zahnbürste bereit und die Kleider für morgen in den Schlafsack. Danach füllte ich den Snacksack wieder auf und stellte die Flaschen bereit um sie mit heissem Wasser zu füllen. Viel mehr gibt es jeweils nicht zu machen. Unten im Essraum bestellte ich einen kleinen Pot Lemon-Ginger-Tea, da ich mal eine Pause vom Schwarztee brauchte. Wir bestellten auch noch das Nachtessen und dann las ich ein bisschen. Auf einem Fernseher lief eine Doku über einen französischen Influencer, der letztes Jahr den Everest bestiegen hatte. Ich hatte davon schon in einem Zeitungsartikel gelesen und es war spannend anzusehen. Der Typ hiess Inox oder so irgendwie und bereitete sich ein Jahr darauf vor. Ich denke, die Doku ist auf youtube zu finden, falls sich jemand dafür interessiert. Ich hoffe, dass die Veränderung, auf die er immer wieder zu sprechen kam, nachhaltig war, denn zu Beginn wirkte es nicht so, als ob er die Nepalesischen Berge wertschätzen würde. Ein anderes Erlebnis, das mich ein wenig schockierte war, dass irgendein Idiot extra vor dem TV stehen blieb, um uns die Sicht zu verdecken. Er sah uns Frauen alle auf den TV blicken ,stand auf und sagte zu seinen Freunden, dass er jetzt mal den TV blockieren würde. Ich hatte es zuvorderst, im zu Sagen, dass der Berg, der auf dem TV zu sehen war (die Ama Dablam), von mir schon bestiegen wurde, und ich darum auch eigene Bilder hätte. Aber ich liess es, solche Arschlöcher verändern sich nicht, wenn man was sagt. Mann, bin ich froh, dass ich mich mit so etwas am Berg ziemlich sicher nicht auseinandersetzen muss. Leider gibt es solche Idioten an jedem Berg und ich hoffe, keine Frau muss sich mit so einem Rumschlagen. Zum Glück setzte er sich bald wieder, so dass wir die Doku in Ruhe weiter schauen konnten. Bald kam das Abendessen, für mich mal Spaghetti Napoli, und wir alle füllten in einträglichem Schweigen unsere Magen. Danach mussten wir noch ein wenig sitzen bleiben, da Allan niemanden vor 20h im Bett sehen möchte. Die Akklimatisierung geht viel schleppender, wenn man am Nachmittag schläft, da man dann eine andere Atemrate hat und nichts trinkt, wenn man schläft. Um kurz nach 20h waren dann alle am Zähneputzen und gingen ins Bett. Die Schlafsäcke waren in der Zwischenzeit mit heissen Wasserflschen bestückt worden, so dass hoffentlich niemand fror.
Am nächsten Morgen assen wir wieder um 8h Frühstück, bevor es auf das letzte Teilstück des Treks zum EBC ging. In der Nacht hatte es ca. 5cm geschneit und so war es ganz ruhig auf dem ersten Teil der Strecke. Einige der Aussies sind noch nie in Schnee gelaufen und so hatten alle trotz Kälte ein Lächeln im Gesicht. Der erste Teil der Strecke ist eher flach, bevor es mit einem kleinen Steilhang dann auf die Geröllhalde des Gletschers ging. Wir folgten der Halde in vielen Kehren im steten auf und ab und mussten immer mal wieder anhalten, weil Yaks oder Porters überholen wollten oder uns entgegen kamen. Rund 2.5h nach dem Start waren wir schon in Gorak shep. Wir machten hier aber einen grossen Bogen um die Teehäuser, weil die Hygiene hier noch schlechter ist als in Lobuche. Weiter geht es nun auf direktem Weg zum Basecamp. Oder eher auf indirektem, denn auch auf diesem Teil war es ein stetes auf und ab, bis wir endlich auf dem Grat waren, von wo man die Zelte des EBC immer näher kommen sah. Mittlerweile hatte es wieder begonnen zu schneiden und zu winden, so dass wir alle nicht wirklich Lust auf Pausen hatten. Zum Glück hatten wir Rückenwind, denn diejenigen Trekker, die wir kreuzten, hatten den Schnee voll im Gesicht und sahen zum Teil ziemlich erschöpft aus. Kurz vor dem EBC bekamen wir von Gjalzen und einem weiteren EBC-Sherpa heissen Tee und Kekse serviert, die sie im Camp geholt hatten. So konnten sich alle nochmals ein wenig aufwärmen, bevor wir auf den Gletscher runter stechen konnten. Bis jetzt musste ich immer beim ominösen Basecamp-Stein umdrehen, da für Trekker hier Endstation ist. Da Allan aber eine Spezialbewilligung für zwei Nächte für seine Gruppe hat und ich ja Climber und nicht Trekker bin, konnten wir den überbevölkerten Stein rechts liegen lassen und ins Basecamp spazieren. Die Aussies haben eine Zeltgruppe ziemlich am unteren Ende des Basecamps, wohin uns Gjelzen und Phnuru führten. Mein Camp würde 30 Minuten weiter oben liegen, aber ich durfte mit der Gruppe noch gemütlich Popcorn und Mittagessen geniessen. Das Camp liegt gleich neben dem Gletscher und ich konnte nicht anders, ich musste den Anblick einfach in mich aufsaugen. Noch nie war ich so nah an dem Gletscher und trotzdem war meine Angst da durch zu gehen noch nie so klein. Allan meinte, das erste Mal sei magisch und ich hoffe, dass er Recht hat. Ich bin so gespannt wie ich mich im Khumbu Icefall schlagen werde und ob ich es so geniessen kann, wie am Manaslu die Gletscherpassage zwischen Camp 1 und 2. Aber zuerst assen wir ein letztes Mal gemeinsam zu Mittag. Ich werde morgen zum Abendessen nochmals zu ihnen ins Camp runter gehen, da sie in meinem Camp eher nicht erwünscht sind.
Als es Zeit wurde, schulterte ich meinen Rucksack und folgte Chirring und Gjalzen dem Gletscher entlang nochmals etwa 80hm weiter zu meinem Camp. Dort schienen alle ein wenig überrascht über mein Auftauchen, denn es war nichts wirklich fertig. Mein Zelt ebenso wenig, wie die Toiletten oder die Wege dorthin. Mein Zelt stand zwar, es hatte noch keine Unterlagen oder Matratze drin. Im Dining-tent stand zwar schon der Alter und Tassen auf dem Tisch, aber die Heizkörper oder der Zucker waren nicht da. Ich glaube, die haben mich erst morgen erwartet. Ich war die erste, die in dem Camp einzog und fühlte mich kurz ein wenig einsam, nachdem ich 10 Tage in der tollen Gruppe verbringen durfte. Zum Glück hatte ich schon Wifi, so dass ich immerhin zu Hause mitteilen konnte, dass ich angekommen war. Leider ist auch meine andere Duffle noch nicht angekommen, die mit den Daunenhosen und warmen Thermos. So musste ich die Kälte irgendwie mit dem was hatte ertragen und füllte sämtliche Flaschen mit heissem Wasser, damit ich zumindest warme Hände hatte. Zum Znacht gab es ein feines Dal Bhat, sogar nur für mich eine kleine Portion. Unter den wachsamen Augen des Koches ass ich sie fertig (leerer Teller Nummer 6?). Auch hatten sie kurz vor dem Essen auch noch geschafft, den Heizkörper zum Laufen zu bringen, so dass es ein Mü weniger kalt war. Trotzdem ging ich nach dem Essen ins Bett, es war mir immer noch zu kalt.
Im Schlafsack war es dann kuschelig warm, so dass ich noch ein wenig lesen konnte und dann bald einschlief.
Heute morgen wachte ich wegen der Kälte schon um 4h auf, konnte mich dann aber nochmals ein wenig einkuscheln und bis 6h dösen. Das Zelt war so hell, dass ich hoffe, dass draussen die Sonne scheinen würde und ich hatte Glück. Als ich um kurz nach 8h aus dem Zelt trat, sah ich nichts als blauen Himmel und den Icefall direkt vor mir. Dieser Anblick ist unbezahlbar und ich konnte meine Augen fast nicht davon wegreissen. Ich war wirklich und wahrhaftig im EBC und durfte hier noch weitere 5-7 Wochen verbringen. Ich im Everest Basislager, um den Everest und Lhotse zu besteigen… Dass das Ankommen gestern nicht wie gewünscht war, ist spätestens jetzt vergessen und ich geniesse es sehr. Um 8.30h bekam ich mein Frühstück. Bestellt hatte ich ein Stück Toast mit Gonfi. Erhalten habe ich eine Omelette, 2 Toasts, Würstchen und geschnittener Apfel. Da ich niemanden verärgern wollte, ass ich alles, ausser die Würstchen und fragte mich schon da, wie ich wohl in ein paar Stunden wieder Mittag essen sollte. Aber ich wollte dem Koch kein schlechtes Gewissen machen, denn das Essen war sehr fein. Danach fragte er mich, ob ich die Küche, etc. sehen wolle. Das liess ich mir nicht zweimal sagen und so bekam ich eine einzigartige Führung durch sämtliche Zelte, die normalerweise für uns Westler tabu sind. Das Küchenzelt hat 4 Gasherde, ein gesamtes Regal voll mit Pfannen und Schüsseln, etc. Ein anderes Regal voll mit Tellern und Besteck. Draussen hatten sie einen kleinen Waschplatz um die Wäsche und das Geschirr zu waschen. 10m daneben ist das Lagerzelt, wo sie alles Essbare lagern. In einer Ecke waren die Steine vom Eis entfernt, so dass blankes Eis zu sehen war. Einen natürlicheren Kühlschrank gibt es wohl nicht. Auf einer Seite lagerte das gesamte Gemüse, das sie zum Kochen benutzen. Er meinte, dass er etwa für 30 Tage für 25 Personen zu Essen hätte, und immer wieder Nachschub an Gemüse kommen würde. Das Essen hatte er vor etwas 3 Monaten in Kathmandu gekauft, von wo es mit dem Lastwagen bis zum Strassenende unterhalb von Lukla gefahren wurde. Von dort wurde es bis Namche mit Eseln transportiert, umgeladen und von Yaks und Dzos ins Basislager getragen. Sein Job begann also schon lange, bevor er ins EBC einzog. Seine Crew besteht aus 7 Leuten, die für 25 Climber zuständig sind. Es gibt zwei Esszelte. Ein privates für eine 7er-Gruppe und meines für 16 Leute, also noch 15 andere ausser mir die irgendwann in den nächsten 2 Wochen eintrudeln werden. Ich versuchte mir die Namen zu merken und hoffe, dass ich diese in ein paar Tagen kann, denn sie sind genau so wichtig, wie Chirring und Gjalzen, um in den nächsten 2 Monaten Erfolg zu haben und heil wieder zurück zu kommen. Die Namen, an die ich mich bis jetzt erinnern kann,  sind Nati, Pasang (2x), Prem und Brim. Aber jetzt da ich sie niederschreibe, bin ich nicht mehr ganz sicher. Ich muss sicher noch ein paar Mal nachfragen. Aber sie wissen jetzt auf jeden Fall, dass ich nicht viel esse, Vegi bin und ihnen sage, falls ich etwas nicht mag. Gestern bekam ich zum Beispiel vor dem Dal Bhat noch Suppe. Das muss ich bald abstellen, da mir letztes Mal am Manaslu die Suppe am meisten Mühe gemacht hatte.
Nach der Führung war es an Chirring und Gjalzen mein Zelt einzurichten, ich bekomme nämlich ein Bettgestell. Obwohl ich nie im Leben damit gerechnet hatte, als ich die Expedition plante, konnte ich die beiden nicht überzeugen, dass ich kein Bett brauche. So steht jetzt ein Bett in meinem Zelt und ich bin gespannt, wie ich darin schlafen werde. Es war gar nicht so einfach das Gestell so hinzustellen, dass es gerade ist. Sie mussten die obere Zeltplane wieder lösen und den Boden mit Steinen ändern, damit das Gestell gerade steht, Dann wurde der Boden mit einer Matte ausgelegt und der Eingangsbereich wieder mit Kunstrasen. Auch mussten sie die eine Seitenwand spannen, da es während dem Frühstück ins Zelt getropft hatte. Wenn das Dach gefriert und die Sonne das Eis schmilzt, sollte das nicht durchs Innenzelt drücken. Ich bin gespannt, ob es nun trocken ist. Etwa 10 Sherpas waren währenddessen damit beschäftigt, auch die anderen Box-Zelte mit den Gestellen, Matten und Kunstrasen auszustatten. Leider sprach keiner Englisch, so dass ich nicht weiss, wann die nächsten Einziehen werden. Ich richtete mich auf jeden Fall danach einigermassen im Zelt ein, spannte Schnüre, füllte die kleinen Abteile im Zelt und hängte die auf dem Trek erhaltenen Khatas auf. Chirring besorgte mir auch noch ein paar flache Steine, so dass ich vor dem Zelt wieder meine Steinbildchen machen konnte. Nun liegen wieder ein Smiley und ein Herz vor dem Zelt und es stehen drei Steine daneben, die Chirring, Gjalzen und mich symbolisieren sollen. Ich wollte eigentlich nur 2, aber Chirring meinte, dass wir ein Dreierteam sind. Ebenfalls nutzte ich die Sonne, um das bisschen Schmutzwäsche zu waschen und aufzuhängen. Leider kann ich noch nicht duschen, da all meine frischen Sachen in der vermissten Duffle sind. Ich hoffe wirklich, dass diese bald auftaucht, denn darin sind sämtliche Klettersachen, inklusive Schuhe und Daunenanzug, die unersetzbar sind. Ich bin noch nicht ganz beunruhigt, mache mir aber ein kleines bisschen Sorgen, weil anscheinend niemand wirklich weiss, wo die Tasche steckt. Sie ist irgendwo zwischen Kathmandu und dem EBC, was eine ziemlich grosse Menge an möglichen Orten beinhaltet.
Nun sitze ich im Esszelt und bekomme in einer halben Stunde das Mittagessen. Ich habe nach etwas Leichtem gefragt und bin gespannt, ob meine Vorstellung davon die gleiche ist, wie die vom Küchenteam :D